Die Elfen 1891

Es ging im Abenddunkel
das Kind im Erlenthal, 
Da sah es die Elfen tanzen
Beim lichten Mondenstrahl.

Und Kinder wähnt´s zu schauen,
Die spielen im Mondenglanz,
Und näher schleicht´s und näher,
Und mischt sich in den Tanz.

Da fassen es die Elfen,
Und führen es durch die Nacht,
Und zeigen ihm ihre Paläste
Tief unten im Erlenschacht;

Sie tauchen mit ihm in den Weiher,
Tief unter die spiegelnde Fluth,
Wo im krystallenen Hause
Die Nixe singend ruht;

Sie heben´s zu Eichenwipfeln
In heiterem Fluge hinan,
Und tragen es wieder schäkernd
Herab auf den Wiesenplan;

Sie holen ihm flimmernde Steine
Tief aus der Erde Schoos,
Sie brechen vom Himmel Sterne
Zum Spielgerät ihm los.-

Nach einer Stunde aber
Begehrt das Kind nach Haus;
Es fürchtet, wenn es säume,
Die Mutter schelt´ es aus.

Es scheidet von seinen Gespielen
Und schreitet durch den Wald,
Und in der Ferne sterbend
Der Elfengesang verhallt.

Da wird dem Kind so bange,
Es weiß sich nicht mehr Rath;
Die Bäume ragen höher,
Und dunkler scheint der Pfad.

Es kennt zum Dorf gekommen,
Das Vaterhaus nicht mehr,
Und fremde Gesichter drängen,
Sich um den Fremdling her. 

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