Ein Blick auf Industrie und Handel, 1891

 Beginnend mit den Handelsverträgen, welche Deutschland als Zollvereinsstaat in den 1860er Jahren mit England und Frankreich abschloß, gelangte es zu einer auffälligen und stetigen Entwicklung
von Handel, Industrie und Gewerbe. Der Krieg von 1866 änderte daran so gut wie gar nichts.

Anders der große Krieg von 1870 mit seinen mächtigen politischen und militärischen Erfolgen. Nach seiner Beendigung strengte die Industrie sich übermäßig an; denn es floß durch die französische Kriegsentschädigung enorm viel Geld ins Land; dies kam zunächst dem Geldmarkt zugute, indem
große Summen von Seiten des Reiches und teilweise der Einzelstaaten in allerhand Wertpapieren angelegt wurden. Gleichzeitig wurden große Staatsbauten unternommen, und Privatunternehmungen aller Art waren durch die Kapitalfülle und die große Leichtigkeit, Kredit zu erhalten, in außergewöhnlicher Weise begünstigt. Besonders im Bankfach, in der Großindustrie, in den Transport- und Verkehrswesen gab sich ein sprunghafter Aufschwung kund, der vielfach seine vollständige Berechtigung hatte und sich auch nachhaltig bewies.
Aber die Unternehmungslust steigerte sich schnell bis zur Krankhaftigkeit; an der Börse begann ein wildes Spiel mit Gründungen und Gründungspapieren; Arm und Reich, Groß und Klein, der Kaufmann, der Handwerker und der Bauer wollten ihren Anteil aus dem Füllhorn Fortunas haben, welches unerschöpflich schien. Nur zu Viele von ihnen wünschten und erstrebten, schnell durch einen Spiel- und Spekulationsgewinn reich zu werden, und verloren auch das noch, was sie hatten. Der Übermut des Glücklichen andererseits machte sich protzenhaft breit, der Luxus feierte Orgien, Moral und Rechtlichkeit im Geschäft wurden mißachtet.
Die außerordentliche Zahl neuer Unternehmungen und die ungemeine Bautätigkeit brachten nach dem Gesetz von Nachfrage und Angebot fast alle Löhne und Produktionskosten, damit auch die Warenpreise in die Höhe. Bei so stürmischen und stark vermehrtem Begehr nach fertigen Waren und Baumaterialien konnte nicht allen Nachfragen genügt werden. Infolge davon gaben die Fabrikanten auch die schlechtesten Waren nur für hohe Preise her. Alles wurde teuer, auch das Notwendige zum Leben. Ungesund, wie diese Blüte des wirtschaftlichen Lebens war, blieb der Rückschlag nicht aus, und er war furchtbar.

Ehe noch der Glanz der großen Spekulations- und Gründungsperiode sich in der Wiener Weltausstellung spiegeln konnte, trat Anfang Mai 1873 jener jähe und gewaltige Kurssturz an der Wiener Börse ein, welcher den ganzen künstlichen Bau erkrachen ließ. Die Panik ergriff die Jäger nach dem Goldglück, als Bank- und Industrieaktien erst in Wien, dann auch in Berlin, Hamburg, Frankfurt unaufhaltsam sanken, zum Teil bis zur Wertlosigkeit.
Dieser große "Krach" zog alle Kreise des Handels und der Produktion in Mitleidenschaft und äußerte seine verheerenden Wirkungen nicht nur in Österreich- Ungarn, Deutschland und Italien, sondern auch in Amerika. Bis nach Belgrad und Bukarest, nach Moskau, Odessa, nach Alexandrien und Brasilien reichten seine Folgen. Eine ganze Reihe großer Anlagen, den verschiedensten Industriezweigen angehörig, darunter besonders Banken, Bergwerks- und Hüttenunternehmungen gingen dadurch von Ende 1873 bis Anfang 1875 zu Grunde.

Es war eine Weltkrisis, welche lähmend insbesondere auf die Landwirtschaft und das Kleingewerbe nachwirkte.
Was aber die Großindustrie betraf, so stand sie mit ihren inzwischen aufgebotenen großen Kapitalanlagen für technische Verbesserungen der Betriebsanlagen und Erweiterungen derselben umso gefährdeter da, als die großen Unternehmungen der Jahre 1873 und 1874 sich vielfach im Hinblick auf den stark entwickelten Weltverkehr und Welthandel eingerichtet hatten. Waren doch die Eisenbahnen Europas um fast das Doppelte vermehrt worden, ebenso in Nordamerika, und war doch auch durch die Eröffnung des Suezkanals eine sehr beträchtliche Beschleunigung des Transportverkehrs mit dem ganzen Osten Asiens eingetreten, wie überhaupt die Dampfschiffahrt eine außerordentliche Steigerung erfahren hatte.        


Alle Märkte, alle Absatzgebiete waren einander näher gerückt, und ebenso arbeitete man in allen Geschäften für vermehrte Ansprüche, mehr als jemals. Eine neue Aera für Arbeitsleistung und Verteilung der Waren in der Welt hatte sich eröffnet.

Der Großbetrieb sah sich vor einer Überproduktion und da die Nachfrage infolge des Krachs nachließ, so mußte er seinerseits jetzt Angebote machen, um fortzubestehen, und zwar unter großer Preisherabsetzung seiner Waren. So gingen die hochgeschraubten Preise wieder zurück und die Arbeitslöhne wurden wieder geringer.
Hielten sich die wichtigeren Nahrungsmittel noch bis 1877 hoch im Preise, so zeigte sich doch für die meisten Industriewaren anhaltender Preisrückgang, ebenso in den Rohstoffen der Eisen- und Webindustrie. Eines aber zog auch das Andere nieder, wie zuvor Eines das Andere gehoben hatte.
Im Jahre 1882 stellte sich ein fast allgemeiner und tiefer Preisdruck in den wirtschaftlich bedeutenden Ländern ein, sowohl für Rohstoffe wie Fabrikate, und auch für Nahrungsmittel; ja für gewisse Erzeugnisse ( Kohle, Eisen, Kupfer, Blei, Baumwolle, Rohseide) sanken die Preise in unerhörter Weise, und Getreide, Zucker, Kaffee, Tee wurden so billig, wie es vom lebenden Geschlecht noch nicht erlebt worden war.

Damals wurden unter den bedrohten Kapitalisten die Gedanken lebendig, daß der Staat helfen müsse, daß die Zustände durch die Gesetzgebung geändert werden sollen. Die wirtschaftliche Lage Deutschlands kam zur Verhandlung in allen öffentlichen Versammlungen, allen Zeitungen. Die verschiedensten Begehren und Vorschläge wurden laut. Schutzzölle und Schutzzollpolitik wurden mit wachsendem Ungestüm verlangt, zunächst von den Großindustriellen, die nicht mehr bei so niedrigen Preisen bestehen konnten. Immer erbitterter wurde dieser Parteienkampf zwischen der sogenannten Manchesterpartei und den Schutzzöllnern.


Dieser Kampf ging auch wieder über Deutschland hinaus; denn bei dem international gewordenen Charakter des Handels mußte die Bewegung für eine Änderung des Industrieerwerbes in einem Staate auch die anderen Länder merklich berühren. Weniger war dies in England und Frankreich der Fall, wo man deshalb, wie auch in Nordamerika, dem seither herrschend gewesenen Wirtschaftsliberalismus noch treu blieb; mehr beteiligte sich Österreich an dieser wirtschaftlichen Systemänderung durch Schutzzölle. Auch hier beanstandete und verwarf man bald die Lehre von dem unbedingten Segen des Freihandels und wandte sich der älteren Auffassung wieder zu, daß der Staat verpflichtet sei, der Industrie sowohl nach innen als auch nach außen Schutz zu gewähren; zunächst um ihre Konkurrenzfähigkeit auf dem Weltmarkt zu sichern, dann aber auch um des sozialen Frieden willens.


So erfolgte denn in Preußen und in Deutschland, wie auch in Österreich die grundsätzliche Wandlung durch Einführung des Regierungsschutzes in die Wirtschaftspolitik, einesteils nach außen hin durch die Zollgesetzgebung mit ihrer noch mäßigen Zollerhöhung, anderenteils auch nach innen durch die Abänderung der Gewerbeordnung und durch die Einleitung sozialer Reformen.
Die durch Zölle geschützte Großindustrie gewann in der Tat auch wieder an Leben und mehr Absatz im Inneren des gewissermaßen sich abschließenden, die Einfuhr möglichst abwehrenden Handelsstaats, und scheinbar war die schwere Krisis überwunden.                                                                                                                           
Jedoch hatte sich inzwischen die Produktion gänzlich geändert. Durch die Zunahme und wachsende Bedeutung von allerhand Maschinen und technischen Künsten war die Industrie auf Massenfabrikation angewiesen, um dadurch auch die Herstellungskosten so weit als möglich zu vermindern. Um billigst liefern zu können, trachtete sie fieberhaft danach, billigst herzustellen. Ein Großbetrieb, zumal in der Eisen-, Gewebe- und Zuckerindustrie, bemühte sich, damit dem Andern zuvorzukommen und ihn zu übertreffen, begnügte sich mit kleinerem Preis für die Ware als der Andere, und versuchte die Herstellungskosten durch Massenanfertigung immer mehr zu verringern, was nur durch Überlegenheit im Maschinenkapital und Agenturaufwand möglich war.
Die einzelnen Industrien bekämpften einander derart in einer Weise, die selbst dem Sieger verderblich wurde. Wollte der kleinere Produzent dem Preisdruck folgen, so nahm der größere Konkurrent den Kampf wieder auf und führte ihn so lange fort, bis der Nebenbuhler niedergestreckt war. und wohl gar sein Lohnarbeiter wurde, um nur leben zu können. Aber auch mancher Große machte dabei bankrott. Von Kleinbetrieb auf diesen Kampfgebieten der Industrie konnte natürlich keine Rede mehr sein.
Der siegreiche Maschinen-Großbetrieb seinerseits hatte aber immer zu gewärtigen, daß
eine mächtige auswärtige Konkurrenz ihm zu Leibe gehe, in sein erobertes Gebiet der Kundschaft einfalle und ihn zwinge, zur Selbstbehauptung alle Kräfte anzuspannen und sogar, um bestehen zu bleiben, zeitweise mit Verlust zu verkaufen und von besseren Zeiten die Entschädigung zu erwarten. Mehr Produkte bei nur wenig sich erhöhenden Gesamtkosten abzusetzen mußte die Sorge des gegen die Konkurrenz kämpfenden Großindustriellen sein, bei schlechtem Geschäftsgang sogar mehr als bei gutem, das hieß zunächst: immer mehr produzieren, um die Selbstkosten den niedrigeren Verkaufspreisen anzupassen, gleichviel, ob die Erweiterung des Betriebes durch den allgemeinen Bedarf und die Nachfrage gerechtfertigt ward oder nicht.

Eine notwendige Folge dieser krankhaften Überproduktion mußte sein, daß nur die größten Geschäfte zuletzt auf dem Kampfplatze blieben und tatsächlich sich ein Monopol in ihrem Fach aneigneten. Und ebenso lag es nahe, daß die Sieger beschlossen, sich nicht weiter zu bekämpfen, sondern vielmehr sich zu gegenseitigem Schutz ihres tatsächlichen Monopols zu vereinigen. So kamen Vereinbarungen zustande, die jeden Teilnehmer verpflichteten, nicht unter einem bestimmten Preise zu verkaufen und ebenso bei Barzahlungen ihren Kunden nicht über einen gewissen Diskont, d.h. üblichen Zinsabzug von der Zahlung, zuzugestehen, damit nicht Einer durch dieses Mittel doch billiger als der Andere verkaufe.
Die Sache war zu unnatürlich, um gesund zu sein und nachhaltig aufrecht erhalten bleiben zu können. Das gegenseitige Mißtrauen fraß auch an ihr, die Vereinbarung wurde schließlich wirklich umgangen und damit erfolgten Vorwürfe, Anklagen, Rücksichtslosigkeiten und Auflösung des Bündnisses. Die Verbündeten von gestern wurden heftige Konkurrenten. Ein wildes Werfen der Preise trat ein, jeder von ihnen drängelte sich um den Absatz und hoffte zugleich durch weitere Erhöhung seiner Produktion die Einbuße im Verkaufspreise auszugleichen.
Bei diesem Wettkampf der Größten auf Leben und Tod konnte es nicht ausbleiben, daß die Preise einen Tiefstand erreichten, der selbst unter die durchschnittlichen Selbstkosten herabging und für den ganzen Vertriebszweig, Unternehmer wie Arbeiter, schwere Opfer im Gefolge hatte. Dann trieben wohl Not und Selbsterhaltung zu einer neuen Vereinbarung der Beteiligten, die sich nun auch auf die Höhe der Produktion jedes Einzelnen erstreckte; ja die Einzelnen ließen sich sogar herbei, den selbstständigen Verkauf ihrer Waren einzustellen und ein gemeinsames Büro dafür einzurichten.

Die Folge solcher ungesunden, wirtschaftlichen Verhältnisse war eine beispiellose Vergeudung von Kraft und Vermögen, Zertrümmerung vieler Unternehmen, Arbeiterentlassungen und wiederkehrender Lohnrückgänge.
Immer wieder griff das Übel, immer erbitterter wurde der Kampf um´s Dasein. Alle Märkte wurden aufgewühlt und alle Findigkeit und Berechnung aufgeboten, um auf dem Weltmarkt jeder Konkurrenz begegnen zu können. Es mußte wohlfeil erzeugt, billig und rasch verfrachtet werden. Die Preise wurden daher notwendig nachhaltig niedergedrückt, die Konkurrenz war zu einer weltmäßigen erweitert.
Die Spekulation tat das ihrige zur Verschärfung dieses fieberhaften Zustandes in der Industrie- und Handelswelt. Sie äußerte sich für die Preisgestaltung in der Weise, daß sie Angebot und Nachfrage in Berechnung zog und eine wie die Andere künstlich zu beeinflussen suchte, ähnlich wie es früher im Börsenspiel der Fall gewesen. In der Hauptsache legte sie sich jetzt auf eine Übertragung der Zeitgeschäfte auf den Warenmarkt. Besonders im Getreidegeschäft äußerte sich dies und überhaupt mehr und mehr für Einkauf der Rohmaterialien, deren die Großindustrie bedurfte und mit denen sie sich zur ununterbrochenen Fortsetzung ihres Betriebes rechtzeitig versehen mußte.
Die Spekulation schuf günstige und ungünstige "Konjunkturen", d.h. Bedingungen zum Ankauf wie Verkauf, steigerte dadurch die Preise und ließ sie auch fallen. Günstig versorgte Geschäfte erhöhten z.B. beim Steigen der Rohstoffpreise die der Fabrikate nicht sogleich in entsprechendem Verhältnis, sondern trachteten lieber durch etwas billigeren Verkauf einen Vorsprung vor ihren Konkurrenten zu gewinnen. Es wurden dann auch förmlich "Ringe" gebildet, deren Wesen darin bestand, daß einige mächtige Spekulanten eigens zu dem Zweck zusammentraten, um für eine bestimmte Ware, die sie selbst in ungeheuren Quantitäten zu sofort zu bewirkender Lieferung, oder auch auf später festgesetzte, aufkauften, eine rasche und beträchtliche Preissteigerung durchzusetzen. War dieselbe vermittelst der künstlichen Verschiebung des Verhältnisses von Nachfrage zu Angebot gelungen, dann ließ der "Ring" möglichst schnell die teure Ware in die Hände der Händler und Käufer gelangen. Der unvermeidliche Preissturz erfolgte alsdann und hatte seine vernichtenden und die Geschäftswelt beunruhigenden Folgen.
Großartig waren die Amerikaner namentlich in der Bildung und brutalen Ausnutzung solcher "Ringe". Kaffee, Petroleum und Getreide kamen da zuerst in´s Spiel. Es gab verschiedenen "Ringe", um die Preise des Marktes zu beherrschen und sie ihrem Monopol untertänig zu machen. Immer neue Gebiete wurdn davon ergriffen, ein Ring bekämpfte schließlich den Anderen, so daß 1887 endlich die Wirkung eines Kaffeekrachs und eines Getreidepreissturzes eintrat, der eine Panik auf dem ganzen Börsenmarkt von New York hervorbrachte und den wirtschaftlichen Bestand des Landes in´s Schwanken geraten ließ.

Im Herbst 1885 bildete sich zur Hebung des Preises der Rohseide ein Ring in Turin von schweizerischen, französischen und italienischen Kapitalisten, ein Anderer später in Belgien zur Spekulation in Schafwolle. Ende 1887 trat dann der berüchtigte Kupferring in Paris mit seinem

Treiben auf, das Kupfer in hohen Preis zu bringen. Er hatte sich dieses Metalls, wo dessen habhaft zu werden war, bemächtigt, mit dem bedeutendsten Erzgruben und Kupferminen in Spanien und Amerika zu festen Preisen die Lieferung für sich abgeschlossen und vermochte so, den Preis zu bestimmen. War derselbe Anfang Oktober 1887 noch 43 Pfund Sterling für die Tonne, so stieg er am 1. November schon bis 49, im Dezember auf 67, im Januar 1888 auf 80 und weiter, bis er beinahe das Doppelte des früheren Preises erreicht hatte. Es war also geradezu ein Raubgeschäft, was freilich nicht verhinderte, daß der Krach erfolgte und der Ring gesprengt wurde.

Zur Heilung solcher Übelstände und zur Stärkung der soliden Industrie wie der Landwirtschaft kehrte man fast allgemein zu Schutzzöllen zurück. Diese gereichten auch der Industrie und Landwirtschaft zur Erstarkung und zum Vorteil. Behoben sind dadurch indessen die Übel nicht. Überall ist der Kampf noch im Gange und im Wachsen sogar.

Die Einen halten es für unmögliuch, daß die Produktion die künstlichen Schwierigkeiten ausgleichen könne, welche durch die Zollsätze und Ausfuhrprämien anderer Länder geschaffen wurden; die Anderen wollen die Zölle für alle vom Auslande kommenden Waren, sowie für die Nahrungsmittel noch mehr erhöht wissen und drängen, den Staat zu einem geschlossenen Hndelsgebiet zu machen, um ihn zu zwingen, in sich selbst vor Allem die Bedingungen seiner industriellen und landwirtschaftlichen Wohlfahrt zu finden, so sehr dies auch mit der unaufhaltsamen Steigerung der Verkehrsmittel, Anlage neuer Eisenbahnen, Annäherung aller Kulturvölker und durch sie und die telegraphischen Verbindungen, in Widerspruch steht.
Unzweifelhaft ist, daß ein neues wirtschaftliches Werden aus der alten Zeit heraus nach Durchbruch ringt und die entfesselten Kräfte der neuen Zeit sich bilden, stärken, messen und bekämpfen, ehe sie zu einem Ausgleich gelangen können.
Ging der Zug nach Schutzzöllen von Deutschland aus, um allmählich den ganzen europäischen Kontinent zu ergreifen, so begegnete ihm nun auf einmal Nordamerika durch eine Schutzzollpolitik der herausfordernsten Art. Die große Republik, beinahe so groß wie Europa, hat seit Anfang Oktober 1890 durch die sogenannte Mac Kinley-Bill einen neuen Zolltarif für die Einfuhr fremder Handelsartikel aufgestellt, welcher die wirtschaftliche Interessenpolitik zum schärfsten Ausdruck bringt und durchaus mit der politischen Parole zusammenstimmt: " Amerika den Amerikanern!

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