Neue Stoffe für das Frühjahr, 1914


Im Frühjahr 1914 fällt bei den Kleiderstoffen, noch mehr als bei den Kostümen, auf, daß der größte Teil derselben mehrfarbig oder gemustert ist.

Allen anderen voran wird das Schottenmuster lanciert, auf hellerem oder dunklerem Grunde, je nach seiner Bestimmung für ganze Toiletten, Blusen oder Besatzzwecke, oder, wie so vielfach in lebhafteren Farbtönen für Kinderkleidchen. Auch das römische Streifenmuster ist sehr beliebt, namentlich in zarten Pastellfarben, und vor allem sind es alle zweifarbigen Karomuster, vom Würfel- und Schachbrettkaro, bis zu den winzig kleinen Pepitakaros herab.
Außer dem stets sehr begehrten Schwarz-Weiß, ist Schwarz-Gelb die neueste Farbzusammenstellung. Schotten, sowie Würfelkaros sind in allen Stoffarten, in Seide, Wolle und Baumwolle vorhanden.
In Seidengeweben herrscht unbedingt wieder Taffet vor: einfarbig in allen modernen Tönungen, sowie schottisch kariert, mehr noch schottisch gestreift, in sich gestreift oder mit zierlichen bunten Blumen bestickt. Auch seine Abarten Taffetradium und Taffetmoiree sind sehr geschätzt.

Nächst Taffet ist Crêpe die große Mode, dessen hauptsächliche Vertreter in Seide: Crêpe Tussdor, Crêpe de chine und Crêpe ondulé sind.
Dann gibt es aber noch reizende halbseidene Crêpes mit originellen Streifen und Karomustern Ton in Ton gehalten. Oder einen entzückend zarten gleichfalls halbseidenen Crêpe mit Millefleursmuster auf hellem Grunde.

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