Der Pariser Rotweinkorb 1890

er Pariser Rotweinkorb:  Rotweine beanspruchen, wie jeder einigermaßen unterrichtete
Weintrinker weiß, eine besondere Pflege, sowohl die Aufbewahrung, Lager ect, als auch die Temperatur betreffend. Und je mehr wir durch längeres Genießen von Rotwein uns an dessen Geschmack gewöhnen, desto aufmerksamer und sorgfältiger gehen wir mit diesem Getränk um. Es ist nun reichlich bekannt, daß Rotweine immer besser und schmackhafter werden, je länger sie lagern, nur sondert sich am Boden eine etwas dickere Masse ab, die man gewöhnlich "Satz" nennt, und die beim Eingießen des Weines in Gläser mit besonderer Aufmerksamkeit in der Flasche zurückgehalten werden.Die Letztere ist aber beinahe unmöglich, sobald man die Flasche in der Hand hält, die Schwankungen der Hand, sowie das Senken und wieder Aufrichten der Flasche verursachen leicht ein Aufrühren des Satzes und so ist es denn von großem Interesse für Weintrinker, durch obige Abbildung einen Weinkorb kennen zu lernen, in welchem die Flasche unberührt schräg liegen bleibt, um das Aufrühren des Satzes dadurch zu verhindern.
Man würde also die gefüllte Flasche vorsichtig entkorken, dann den Hals durch den auf der Skizze sichtbaren kleinen Ring stecken und endlich die Flasche ruhig in das zierlich von feinem weißen Geflecht gearbeitete Körbchen legen und solange darin liegen lassen, bis die Flasche ausgetrunken ist. Es erübrigt sich noch zu erwähnen, daß hinten ein Korbhenkel zum Anfassen angebracht ist. Der Pariser Rotweinkorb ist leicht und gefällig in der Form und durchaus berechtigt, selbst bei feinster Tafel seinen Platz einzunehmen. Der Preis desselben ist 5 Mark. Bezugsquelle: Karl Hirsch & Co, Berlin W., leipzigerstraße 114. Etablissement für Hauswirtschaftliches und Kücheneinrichtungen.


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