Ivar Kreuger - Wie der reichste Junggeselle der Welt lebt, 1930

Ivar Kreuger - Wiki-Bild
Der schwedische Zündholzkönig Ivar Kreuger, in dessen Händen sich ungefähr drei Viertel der gesamten Zündholzfabrikation der Welt vereinen, gilt als der drittreichste Mann, den die Erde trägt, und kann zudem noch den Ruhm in Anspruch nehmen, der reichste Junggeselle der ganzen Welt zu sein. Obwohl er jetzt fünfzig Jahre zählt, hat er sich bisher nicht zur Ehe entschlossen. Dieser Mann führt ein völlig zurückgezogenes Leben. Von seinen Privatangelegenheiten weiß man so gut wie nichts.
Wenn Ivar Kreuger reist, wozu ihn seine weitverzweigten Unternehmungen ununterbrochen zwingen, so hört und sieht davon kein Mensch etwas. Er reist in aller Stille ohne jede Hilfskraft. Selbst in Amerika versteht er es, sein Inkognito zu wahren und mehr als ein freundliches Lächeln vermögen die Reporter nicht aus ihm herauszulocken.

Man darf nun nicht annehmen, daß dieser Mann ein Einsiedler ist. Auf seinen Reisen in ganz Europa und Amerika genießt er alles, was es auf künstlerischem Gebiet Sehenswertes gibt. Ivar Kreuger, der Regierungen finanziert, auf dessen Rat die großen Staatsmänner und Könige hören, lehnt jede Auszeichnung, die ihm angeboten wird, ab. Er erscheint auf keinem der großen öffentlichen Festessen, läßt sich niemals dazu bestimmen, für irgendwelche Wohltätigkeitsveranstaltungen seinen Namen herzugeben, ist niemals zu bewegen gewesen, ein Ehrenamt auszuüben. Dabei soll er persönlich in aller Stille viel Gutes tun.
 Außer seinem Zündholzgeschäft vermeidet er jede geschäftliche Bindung, die seine persönliche Leitung erfordert. In seinem gewaltigen Betrieb ist alles so durchorganisiert, daß vielleicht nur ein halbes Dutzend Briefe täglich seine persönlichen Dispositionen erfordert. Nach den eigenen Angaben Ivar Kreugers soll, solange er selbst der schwedischen Zündholzgesellschaft angehört, das sind jetzt siebzehn Jahre, niemals jemand aus den Betrieben entlassen worden sein, abgesehen von den Frauen, die wegen ihrer Eheschließung sich überhaupt von der Berufsarbeit zurückgezogen haben.


Dazu ein Spiegel-Artikel, der ein ganz anderes Bild als dieser zeitgenössische Zeitungsartikel von Ivar Kreuger zeichnet.  Imperium aus Streichhölzern 
und weitere Artikel in der Pressemappe des 20. Jahrhunderts

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