Die Geschichte des Wortes "Kannibalen"

Als Columbus 1492 von Cuba nach Haïti segeln wollte, suchten ihn die gefangenen Eingeborenen, die er an Bord hatte, voller Furcht davon abzubringen, indem sie ihm zu verstehen gaben, daß die Bewohner Menschenfresser wären. Sie nannten dieselben Kariben (woraus später "Karaiben" entstand); die Kariben selbst leiteten ihren Namen von dem ihres Stammvaters "Kalina" ab.
Damals verhörte sich Columbus und verstand "Kanniben", und so wurde durch sein Mißverständnis der Ausdruck Kannibalen für die Menschenfresser eingeführt.
Dabei gab Columbus dem Namen eine Deutung, die uns heute höchst ergötzlich erscheint, wobei zu bedenken ist, daß er davon ausging, die Inseln Japans und die Küste von China zu erreichen und nicht mehr ferne davon zu sein glaubte.

Er schreibt in seinem Tagebuche vom 11.Dezember 1492:
"Kaniba kann nichts weiter bedeuten, als Völker des Chans (Mongolenchans); also muß er in der Nähe residieren Wahrscheinlich schickt er seine Flotte auf den Sklavenfang aus, und da die Eingeborenen nie die Ihrigen zurückkehren sehen, so stellen sie sich vor, sie würden verzehrt. So lerne ich täglich diese Inder, und sie wiederum uns besser verstehen."

Lt. Wiki:
Da man in der vorwissenschaftlichen Ethnologie der Antike und des Mittelalters fest davon überzeugt war, dass am Rand der bekannten Welt anthropophagische (menschenfressende) und „halbmenschliche“ Völker lebten, konnte die Literatur des 16. Jahrhunderts in den karibischen Canibales eine besonders aktuelle und real scheinende Verkörperung dieser alten Idee entdecken. Der Name wurde zum Begriff; als solcher verbreitete er sich sehr schnell und wurde zum Synonym für den zuvor üblichen griechischen Begriff Anthropophage.

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