Willkommen Karneval!


Wenn unsere Denkmaschine lange Zeit funktioniert hat, Rad in Rad und Schluß an Schluß, dann braucht sie einmal eine Pause, um neue Kräfte zu sammeln. Einmal im Jahr will man aus der Haut herausschlüpfen und eine neue, lustige anlegen.
So hat man in den Kalender den Fasching gebracht, damit die Menschen, die für ein Weilchen einen anderen Menschen spielen möchten, sich nach Herzenslust verkleiden und vergnügen können, ohne darum von der Polizei festgenommen oder in ein Narrenhaus gesteckt zu werden.

Es ist bei den Lustigkeitsfesten allerdings manches anders geworden. So ausgefallen wie im alten Rom, wo die Aedilen während der Saturnalien und Luperkalien für die Ausgelassenen Luft waren und sich sehr bescheiden fühlten, geht es jetzt nicht mehr zu.
Das Narrentreiben war eine Zeitlang so ausgeartet, daß das Konzil von Toledo im Jahre 633 sich genötigt sah, das Festum stultorum zu verbieten. Manches könnte auch jetzt aus dem Fastnachtstreiben gestrichen werden.

Karneval soll zur Freude des Menschen sein- der hehre Prinz will von wüstem Gelage und unschöner Freiheit nichts wissen, da weicht er zurück und es bleibt nur ein Zerrbild der Gosse. Freude braucht der Mensch. Heiter Menschen sind die Glückskinder der Natur. Heiterkeit macht gesund und erhält unsere Nerven.
In diesem Sinne - zu Karneval heiter sein - bringt Segen. Der rechte Faschingsgeist, das Einhalten seiner feinen, undefinierbaren Linie, das "allen wohl und keinem wehe", sollte eigentlich angeboren sein!

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